Philomena & Maxi erzählen eine sage

Philomena und Maxi sind mit ihren Eltern am Hintersteiner See. Dieser Gebirgssee im Naturschutzgebiet Wilder Kaiser ist nicht nur ein wunderschöner Anblick, sondern an heißen Tagen, wie heute, auch höchst erfrischend und belebend. Während Philomena und Maxi im glasklaren Wasser plantschen, fällt Maxi auf einmal etwas ein…

Maxi, der Oberlehrer

  • „Weißt du eigentlich, dass genau hier, wo wir jetzt schwimmen, früher einmal die Burg Funkelstein gestanden ist?“ fragt er Philomena.
  • „Nein.“ Diese schüttelt den Kopf. „Erzähl mal, was war das für eine Burg?“ Neugierig schaut sie Maxi an.
  • „Dann weißt du auch nicht, was es mit dem Bettlerstein auf sich hat?“ fragt Maxi mit Oberlehrermiene.
  • Wieder verneint Philomena. „Los, erzähl schon endlich, Maxi!“

 

 

Der Bettlerstein – tiroler sage aus dem Söllland

  • Das lässt sich Maxi nicht zweimal sagen: „Also gut. Es ist einmal ein Bettler von Kufstein nach Kitzbühel gewandert.“
    „Ganz schön weit zum Gehen“, meint Philomena.
    „Lässt du mich jetzt erzählen oder nicht?“ fragt Maxi beleidigt.
    „Ist ja schon gut. Weiter!“ ruft das Mädchen.

„Also, der Bettler ist da also gewandert. Und dann ist er bei dieser Burg Funkelstein vorbeigekommen und hat sich irgendwo vor dieser Burg auf einen Stein gesetzt.“

  • „Den Funkelstein?“ fragt Philomena.
  • „Nein! Die Burg heißt Funkelstein – der Stein war bloß ein ganz gewöhnlicher Stein ohne Namen. Jetzt lass mich doch einmal ausreden!“ Maxi verdreht die Augen.

 

 

Der geizige Burgherr

„Also, der Bettler hat sich da hingesetzt und überlegt, ob er anklopfen soll. Er hatte nämlich Hunger. Und weil er ja ein Bettler war, war er natürlich arm und hatte kein Geld. Und kein Essen… Irgendwann hat er dann angeklopft und gefragt, ob er ein Stück Brot haben kann. Aber der Mann am Tor hat ihm keines gegeben. Er hat nur gesagt, dass der Burgherr sehr geizig wäre und sogar seine eigene Frau in einem Verließ eingesperrt hätte.“ Maxi macht eine Sprechpause.

  • „Das ist ja furchtbar!“ ruft Philomena.

„Ja“, antwortet Maxi, „aber der Bettler wollte die Burgfrau unbedingt retten. Und er hat es auch tatsächlich geschafft. Mit Hammer und Meißel hat er stundenlang gearbeitet – bis er sie aus einem tiefen Loch herausgeholt hat!“ „Das ist ja super!“ freut sich Philomena. „Ja schon“, meint Maxi, „aber das Problem war, dass die arme Frau schon ganz schwach war. Und dann ist sie gemeinsam mit dem Bettler weggelaufen, weil sie Angst vor ihrem Mann gehabt hat. Und irgendwann war sie so erschöpft, dass sie nicht mehr weitergehen konnte. Da haben der Bettler und die Burgfrau zwar eine Rast gemacht, und er hat ihr auch Wasser gegeben, aber sie hat gesagt, dass sie sterben muss.“

 

Muss die Burgfrau sterben?

  • Philomenas Augen werden immer größer. „Und? Ist sie gestorben?“
  • Maxi zuckt die Schultern. „Naja, dass sie jetzt nicht mehr lebt, ist ja sowieso klar, oder? Die wäre ja schon ein paar hundert Jahre alt.“ Er lacht.
  • „Sehr witzig“, antwortet Philomena, „ich meine, ob sie dann auf der Flucht gestorben ist?“

Maxi nickt. „Also der Bettler hat ihr geantwortet, dass ehe sie stirbt, er zu Stein werde. Damit wollte er ihr wohl sagen, dass sie Blödsinn redet… Aber leider hat sie keinen Blödsinn geredet. Der Bettler ist nämlich plötzlich zu Stein geworden, und da hat sich die Burgfrau so erschrocken, dass sie gleich darauf wirklich gestorben ist. Herzinfarkt vielleicht…“ Maxi verstummt nachdenklich.

  • Philomena sieht nicht ganz zufrieden aus. „Und das war die Geschichte?“
  • „Nicht ganz“, sagt Maxi.

 

 

 

Warum Bettlerstein?

„Die Bauern, die in der Nähe wohnten, haben am nächsten Tage die Leiche der Frau neben dem Steingebilde gefunden. Und weil es ja ein Bettler war, der sich in den Stein verwandelt hatte, haben sie ihn den „Bettlerstein“ genannt. Und der böse Graf, der Burgherr von Funkelstein, hat dann den Bettlerstein gekauft und in seinem Schlosshof aufgestellt.“

  • „Wieso das denn?“ fragt Philomena.
  • „Das weiß ich doch nicht.“

Vielleicht hat ihm der Stein gefallen oder er wollte den Mann, der seine Frau aus dem Verließ entführt hatte, immer in seiner Nähe haben, keine Ahnung. Auf jeden Fall war es keine gute Idee von diesem unsympathischen Mann, denn nach 13 Tagen ist das Steingebilde auseinandergefallen. Und dann hat es geblitzt, und Funkelstein ist gesunken.“

 

Der gruselige See

  • „Wow“, sagt Philomena, „vielleicht schwimmen wir jetzt genau über der Burg. Das ist irgendwie gruselig.“
  • Maxi lacht. „Sagen sind doch immer gruselig. Aber schau mal, wie schön klar das Wasser ist. Da brauchst du keine Angst zu haben, du siehst ja total tief hinunter.“
  • „Das stimmt auch wieder“, pflichtet Philomena Maxi bei.

Ausgelassen plantschen die beiden weiter und genießen den schönen Sommertag.

 

Wir hoffen ihr hattet Spaß beim Lesen

das Hotel Kaiser Team

 

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